Autonomes Tutorium von René Luelsdorf und Oliver Faix

16. Mai 2016

Autonomes Tutorium am FB 04

Lektürekurs „Erziehung zur Mündigkeit“ Theodor W. Adorno

Kontakt: René, luelsdorf90@web.de, und Oliver, oliver_faix@gmx.de

Erstes Treffen: Montag 23.5.16, 20 Uhr Cafe KOZ

Ankündigungstext:
„Der Autor ist sich dessen bewußt, daß in seiner Art von Wirksamkeit gesprochenes und geschriebenes Wort noch weiter auseinandertreten als heute wohl durchweg. Spräche er so, wie er um der Verbindlichkeit der sachlichen Darstellung willen schreiben muß, er bliebe unverständlich; nichts aber, was er spricht, kann dem gerecht werden, was er von Texten zu verlangen hat.“ Heißt es im Vorwort von „Erziehung zur Mündigkeit“. Wir nehmen uns daher genau diese Texte um einen einstieg in Adornos Gedanken und die der Kritischen Theorie zu wagen.
Ziel unseres Autonomen Tutoriums soll sein, uns auf Grundlage des Sammelbandes Adornos, seinen Vorstellungen von Aufklärung, Emanzipation, Pädagogik, usw. zu nähern. Hierfür ist es unerlässlich sich zunächst in die Grundideen der Kritischen Theorie ein zudenken. Zugang soll uns hier die Theorien der Massenpsychologie und der Ökonomiekritischen Überlegungen der Frankfurter Schule liefern. Darüberhinaus ist ein Geschichtsbewusstsein, was eine intensive Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus beinhaltet, notwendige Voraussetzung. Ein Verständnis, der Aussagen, Adornos ist ohne wissen um seine Biographie undenkbar.
Zielgruppe Einsteiger, ohne Vorwissen von kritischer Theorie

Autonomes Tutorium von Jakob Eisemann

16. Mai 2016

Autonomes Tutorium am FB 04

Bildung, Halbbildung, Kompetenz. Von der Utopie zur Wissensgesellschaft

Kontakt: Jakob Eisemann, eisemannjakob@gmail.com

Zeit: Mittwochs, 14 Uhr (ab 18.05.2016)

Treffpunkt: Philo-Café (IG 2.451)

Die im Jahr 1959 von Theodor W. Adorno verfasste „Theorie der Halbbildung“ nimmt – über zehn Jahre nach dem Erscheinen der „Dialektik der Aufklärung“ – eine vermittelnde Funktion zwischen dem philosophischen Schaffen Adornos und seinen Beiträgen zur pädagogischen Herausforderung der Re-Education oder Entbarbarisierung Deutschlands ein. Darüber hinaus ist sie Adornos Wortmeldung zur zeitgenössischen (und seitdem wiederholt angestellten) Diagnose einer ‚Bildungskrise‘. Damit ist die „Theorie“ bis heute von dringender Relevanz, sollen die Bedingungen und Möglichkeiten von Kritik insgesamt sowie die Wirklichkeit eigener pädagogischer Tätigkeit insbesondere angemessen reflektiert werden.

Die Theorie zeichnet die eigenartige Verwirklichung der philosophischen Bildungsidee der Aufklärung in der bürgerlichen Gesellschaft nach. Im Lauf der Zeit verblassten die dort gelieferten Utopien des gebildetenen Individuums und einer vernünftigen Gesellschaft gegenüber der Realität zunehmender Ökonomisierung öffentlicher und privater Sphären. Heute sprechen wir zwar von einer ‚Wissensgesellschaft‘, meinen mit ‚Wissen‘ aber nicht mehr als medial universalisierte Information, ein Wissen über Allerlei und mit streng postivistischem Geltungsanspruch. Wahr ist nur das, was sich unmittelbar empirisch abbilden, anwenden und verwerten lässt. In diesem System der Halbbildung lauten die allgemeinen Parolen nicht mehr Freiheit, Gleichheit und Solidarität, sondern sie konvergieren mit Werbesprüchen: „Fakten, Fakten, Fakten!“ PISA und Bologna stehen beispielhaft für das auf Vergleichbarkeit und Mobilität getrimmte Wissen, sowie für den ständigen Wettbewerbs- und Reformdruck, dem sich Schulen und Universitäten ausgeliefert sehen.

In drei Schritten, die wir je nach Interessenlage der Teilnehmer_innen gewichten werden, wollen wir uns mit dem Themenkomplex um die „Theorie der Halbbildung“ widmen. Unabdingbar wird es sein, ein erstes Verständnis für den (geschichts-)philosophischen ‚Unterbau‘ der Theorie und dessen pädagogische Relevanz zu entwickeln. Im Mittelteil wollen wir uns der Lektüre der „Theorie der Halbbildung“ und damit auch dem geschichtlichen Werdegang von Bildung hin zur Halbbildung selbst zuwenden. Schließlich heißt es von dort auszugehen und den Blick auf die Gegenwart zu richten. Neuere Arbeiten diskutieren den neuerlichen Formwandel von Bildung im neoliberalem Kapitalismus. In diesem letztem Teil wird die Aktualität der „Theorie der Halbbildung“ zur Erfassung ökonomischer Rationaliserungsprozesse in den Sektoren der Bildung und Erziehung besonders deutlich zu Tage treten. Hier können auch konkrete Problemstellungen und Fallanalysen diskutiert werden. Ich freue mich über jede Art von Rückfragen via Mail.

Literaturvorschläge (Auswahl):

Adorno, Theodor W. (1972): Theorie der Halbbildung. In: ders.: Gesammelte Schriften Band 8. Soziologische Schriften I. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 93-121.

Horkheimer, Max (1953): Gegenwärtige Probleme der Universität. Frankfurt/Main: Vittorio Klostermann.

Krautz, Jochen (2007): Ware Bildung. Schule und Universität unter dem Diktat der Ökonomie. München: Diederichs.

Liessmann, Konrad Paul (2006): Theorie der Unbildung. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft. Wien: Zsolnay. Stapelfeldt, Gerhard (2015): Bildung – von der Utopie zur neoliberalen Wissensgesellschaft. Hamburg: KovaÄ.

Autonomes Tutorium von Kristina Rueger

2. Mai 2016

Tutorin: Kristina Rüger (Kontakt: kristina-rueger@web.de)
MA Erziehungswissenschaften
Ersttermin 4. Mai 2016 10-12 Uhr Cafe Aufhebung PEG 1G207

Kurzbeschreibung des Vorhabens:
Heinz-Joachim Heydorn über den Widerspruch der Bildung

Heydorn beschreibt das zwieschlächtige Wesen der Bildung als „Widerspruch zwischen
Bildung und Herrschaft“ (Ders. 1970, Klappentext). Was ist mit diesem Widerspruch
genau gemeint? Wie kann Bildung dennoch den Menschen „zu sich selbst frei“ (Heydorn
1974, S. 263) setzen und wie kann dann von Herrschaft die Rede sein?
Gemeinsam wollen wir den Widerspruch aus Heydorns bildungstheoretischen
Überlegungen herausarbeiten und insbesondere verstehen, wie Heydorn die
Ökonomisierung der Bildung dort situiert. Hierfür werden wir die Studie „Über den
Widerspruch von Bildung und Herrschaft“ lesen und ggf. einige Textpassagen aus
Heydorns „Bildungstheoretischen und Pädagogischen Schriften“ hinzuziehen.
Die letzten Sitzungen des Tutoriums sollen darauf verwendet werden zu diskutieren, ob
und wie Heydorns Thesen – eigentlich das Schulsystem betreffend – auf die gegenwärtige
Entwicklung des universitären Bildungssystems zutreffen können. Von meiner Seite
werden für diesen Rahmen Texte vorgeschlagen. Auf welcher Textbasis wir letztendlich
diskutieren werden, soll jedoch gemeinsam entschieden werden. Auch sind Textvorschläge
seitens des Plenums willkommen.

Literatur
Heydorn, Heinz-Joachim (1970): Über den Widerspruch von Bildung und Herrschaft,
Wetzlar, Büchse der Pandora 2004.
Heydorn, Heinz-Joachim (1971-1974): Bildungstheoretische und Pädagogische Schriften,
Wetzlar, Büchse der Pandora 2004.

Bewerbung für autonome Tutorien

22. März 2016

Hey Leute,
auch dieses Semester gibt es wieder die Möglichkeit für euch ein autonomes Tutorium anzubieten.
Schickt eure Bewerbungen doch bitte bis zum Ende des Monats am 31.3.2016 an uns.
Unsere email-Adresse ist wie eh und je info@fachschaft04.de

Wir wünschen euch einen guten Start und viel Energie für das neue Semester

Eure Lieblingsfachschaft

Filmvorführung von Gayby Baby

23. November 2015
3. Dezember 2015
19:00bis23:00

Liebe Leute,
am 03.12.2015 um 19 Uhr wird im Festsaal des Studihauses in Bockenheim (da wo die Pupille ihre Filme zeigt)
der Film Gayby Baby gezeit.
Hier für euch der Ankündigungsflyer:
Gayby Baby