Autonomes Tutorium zu Mixed Methods

30. Oktober 2016

Daniela Müller, Tamara Schwertel
Master Soziologie
mueller-daniela@outlook.com tamara.schwertel@outlook.de

Autonomes Tutorium zu Mixed Methods

An der Goethe-Universität Frankfurt wird Sozialforschung oft in zwei große Traditionen unterteilt, bei denen man als Studierende/r den Eindruck vermittelt bekommt, dass eine Kluft zwischen diesen zwei unterschiedlichen Traditionen besteht (vgl. Vorlesungsverzeichnis). Dabei stellen bei der Vermittlung die qualitativen Methoden die reflexive tiefe Auseinandersetzung mit einem begrenzten Material dar, die darauf abzielen, Phänomene zu verstehen (Greshoff 2008; Schurz 1990). Wohingegen die quantitative Methode als repräsentativ und als ein erklärendes Element verstanden wird (ebd.).
Im Studium wird man als Studierende/r der Universität dann oft vor die Wahl gestellt, welchen Weg man einschlagen möchten. Was dabei gering vermittelt wird ist die Verbindung der beiden Traditionen durch sogenannte „mixed-methods“. Diese Mixed Methods erlangten in den letzten Jahren immer mehr an Popularität und sind schon lange keine Randerscheinung mehr (Kuckartz 2014). Doch, so merkt Kuckartz (2004) an, besteht immer noch eine Distanzierung zu diesen Methoden. Daher möchten wir ein Tutorium anbieten, welches einen neuen Blick auf den Methodengebrauch und den Umgang mit Daten ermöglicht.
Das autonome Tutorium soll theoretische, methodische, als auch praktische Elemente beinhalten. Zum einen werden Begriffe, wie beispielsweise Triangulation diskutiert. Zum anderen soll es um die methodologische Bedeutung von dem Gebrauch unterschiedlicher Methoden gehen, die auf unterschiedlichen Vorannahmen beruhen. Dabei soll geschaut werden, wie eine pragmatische Methode mit einer konstruktivistischen Methode vereinbar ist. Im späteren Verlauf werden praktische Beispiele und die eigenen Forschungsvorhaben besprochen, GastreferentInnen eingeladen oder ein Forschungsinstitut außerhalb der Universität besucht.

Treffen immer montags 16-18 Uhr Neue Mensa Raum 112 Campus Bockenheim

Autonomes Tutorium: Pflege – was bedeutet das in der modernen Gesellschaft?

30. Oktober 2016

Pflege – was bedeutet das in der modernen Gesellschaft?

Die Pflege von Familienangehörigen ist in den meisten Kulturen eine Selbstverständlichkeit. In unserer modernen Gesellschaft stellt sie jedoch viele Personen vor eine große Herausforderung. Welche Hürden gibt es, diese Zeitintensive Tätigkeit in den Alltag zu integrieren? Können hierbei Exklusionsprozesse der pflegenden Personen nachgewiesen werden? Ziel unseres Autonomen Tutoriums ist es uns dieser Thematik interdisziplinär zu nähern. Im ersten Abschnitt der Veranstaltung wollen wir uns mit Hilfe einer ethnologischen und historischen Perspektive einen Überblick schaffen und uns anschauen wie andere Kulturen und Gesellschaften mit Pflege umgehen. Dann schauen wir welche Entwicklungen es in der modernen Gesellschaft gegeben hat und welche Tendenzen für die junge Generation erwartet werden können. Ein Schwerpunkt wird die aktuelle Gesetzeslage, sowie sozialrechtliche Hintergründe, in Deutschland sein. Zudem soll die Carework-Debatte nachvollzogen und berücksichtigt werden. Im Zweiten Teil soll versucht wir die Erkenntnisse zusammenzuführen, wobei ihr gerne eure eigenen Anregungen mit einbringen könnt. Wir setzen uns zum Ziel ein besseres Bewusst sein um die Thematik Pflege zu schaffen.

Das Tutorium richtet sich an Studierender aller Semester und Fachbereiche.

Die Veranstaltung wird nach Absprache mit den Teilnehmern als Block im Januar und Februar 2017 stattfinden.

Vorbereitungstreffen: 09.11.2016, 18 Uhr, PEG 4G.097

Kontakt: Oli und Helena, oliver_faix@gmx.de, hszlamenka@googlemail.com

Autonomes Tutorium: Kritik der Sozialen Arbeit – kritische Soziale Arbeit

30. Oktober 2016

Kritik der Sozialen Arbeit – kritische Soziale Arbeit

Der Kritikbegriff ist in der Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit wieder populäre geworden, jedoch wird der Begriff der Kritik unterschiedlich definiert. Wir wollen uns genauer anschauen, welche Kritikbegriffe und Traditionen es gibt und welche Form der Kritik für eine sich als kritisch verstehende Soziale Arbeit aus deren Marginalisierung befreiend wirken könnte.

War es in den 70er Jahren durchaus angebracht und geradezu selbstverständlich, wenn man als kritische_r Pädagoge_in Heime befreite oder die Abschaffung von Knästen und Psychiatrie forderte, so muss man sich heutzutage mit Qualitätssicherung, neuen Steuerungsmodellen und der Verwertung von 1-Euro-Jobber_innen beschäftigen. Heute geht es nicht mehr um das Ziel einer Umwälzung der Verhältnisse, sondern man arbeitet an der Frage, wie man das Elend am Besten verwaltet.

Daher ist es umso wichtiger, Soziale Arbeit im Kontext einer „neoliberalen“ Transformation der Gesellschaft zu betrachten und zu analysieren; unter Einbezug solch kritischer Perspektiven ist der gegenwärtige Gegenstand und die gesellschaftliche Funktion von Sozialer Arbeit demnach nicht die „Integration“ ihrer Nutzer_innen in die „Mitte der Gesellschaft“, sondern im Zuge „neoliberaler“ Herrschaftsverhältnisse der immanente soziale Ausschluss.

In einem zweiten Schritt werden wir uns mit dem Problem des doppelten Mandats in der Sozialen Arbeit befassen. Inwieweit kann sich Soziale Arbeit von ihrer Kontrollfunktion durch die und in der Lohnarbeit befreien oder ist sie mit dieser immer behaftet? Zu dieser Frage werden wir historische Texte der Sozialarbeiter_innenbewegung aus den 70er Jahre lesen sowie.

Kontakt: daniel.katzenmaier@uebergebuehr.de

Erstes Treffen am Mittwoch den 26.10 um 16 Uhr im Random White House IG Farben Campus

Quellen:

Roland Anhorn, Frank Bettinger, Cornelis Horlacher, Kerstin Rathgeb: Kritik der Sozialen Arbeit – kritische Soziale Arbeit. Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2012.

Roland Anhorn, Frank Bettinger Sozialer Ausschluss und Soziale Arbeit

Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2005

Max Horkheimer Traditionelle und kritische Theorie Frankfurt Fischer Verlag 1948

Redeaktions Kollektiv Zeitschrift Widersprüche Nr 97 Politik des Sozialen – Alternativen zur Sozialpolitik. Umrisse einer Infrastruktur Köln Dampfbootverlag 2005

Info Sozialarbeit Nr. 2, 3, 4 Verlag 2000 GmbH Sozialistische Büro 1972

Autonomes Tutorium: Technik als Befreiung?

30. Oktober 2016

Technik als Befreiung?

Zwischen Utopie und Dystopie zu Beginn des 21. Jahrhunderts Automatisierung und Digitalisierung
scheinen mit Blick auf aktuelle Debatten die
großen Themen der nahen Zukunft in nahezu allen Lebensbereichen zu werden.
Aktuell bewegt sich der Diskurs in den Medien von der Frage nach der Entwicklung des Arbeitsmarktes,
in dem eine Menge von Tätigkeiten schon bald
von Computern oder Robotern erledigt werden und ein Heer von bald ehemaligen
Lohnabhängigen zurücklässt, über die Verwirrung von Subjektivierung in einer
informationsüberfluteten Welt hin zu existenziellen Ängsten bei der Ablösung
menschlicher Formen und Praxen durch technische. Ausdrücken tut sich diese
Furcht in den verschiedensten literarischen und medialen Dystopien. Anderseits
gibt es auch die Versionen, die den technischen Fortschritt als Möglichkeit der
Befreiung von Not und Elend und als sogar als Basis einer neuen und besseren
Gesellschaftsordnung betrachten. Und auch auf dieser Seite gibt es die
unterschiedlichsten Erzählungen technischer Utopien.
In dem Tutorium wollen wir dieses Spannungsfeld von Technik als Zementierung
der Unterdrückung des Menschen durch den Menschen und Technik als Vehikel
der Befreiung bewegen, indem wir uns nicht nur durch Theorien, wie die der
älteren Kritischen Theorie dazu oder die der neueren von Be- und Entschleunigung, lesen,
sondern uns auch mit Zeitungsartikeln, Literatur, Filmen
und Spielen diesem komplexen Thema annähern.

Kontakt: maxrudel@mailbox.org
Termin: Montag 18h, K1 Studierendenhaus

Autonome Tutorien Wintersemester 2016

6. Oktober 2016

Ganz kurzfristig möchten wir noch auf die AUSSCHREIBUNG DER AUTONOMEN TUTORIEN dieses Jahr hinweisen!
In Autonomen Tutorien können Studierende für Studierende einen Ort schaffen, an dem gemeinsam Texte erarbeitet werden und diskutiert wird. Die Idee ist es, an der Uni alternativen Inhalten einen Raum zu geben und Kritik und Reflexion anzuregen.

Wer Lust hat, ein Autonomes Tutorium anzubieten schicke uns bis zum 15.10. bitte einen Ankündigungstext (ca. 1/4 – 1/2 Seite), den gewünschten Termin für das erste Treffen und eure Kontaktdaten an info@fachschaft04.de.

Ein grober Bezug zum Fachbereich sollte gegeben sein. Anbieten können das Tutorium Studierende aller Fachsemester, die sich in einem bestimmten Themenfeld sicher genug fühlen, das Tutorium über den Zeitraum des Semesters leiten zu können.