Autonomes Tutorium: Kritik der Sozialen Arbeit – kritische Soziale Arbeit

Kritik der Sozialen Arbeit – kritische Soziale Arbeit

Der Kritikbegriff ist in der Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit wieder populäre geworden, jedoch wird der Begriff der Kritik unterschiedlich definiert. Wir wollen uns genauer anschauen, welche Kritikbegriffe und Traditionen es gibt und welche Form der Kritik für eine sich als kritisch verstehende Soziale Arbeit aus deren Marginalisierung befreiend wirken könnte.

War es in den 70er Jahren durchaus angebracht und geradezu selbstverständlich, wenn man als kritische_r Pädagoge_in Heime befreite oder die Abschaffung von Knästen und Psychiatrie forderte, so muss man sich heutzutage mit Qualitätssicherung, neuen Steuerungsmodellen und der Verwertung von 1-Euro-Jobber_innen beschäftigen. Heute geht es nicht mehr um das Ziel einer Umwälzung der Verhältnisse, sondern man arbeitet an der Frage, wie man das Elend am Besten verwaltet.

Daher ist es umso wichtiger, Soziale Arbeit im Kontext einer „neoliberalen“ Transformation der Gesellschaft zu betrachten und zu analysieren; unter Einbezug solch kritischer Perspektiven ist der gegenwärtige Gegenstand und die gesellschaftliche Funktion von Sozialer Arbeit demnach nicht die „Integration“ ihrer Nutzer_innen in die „Mitte der Gesellschaft“, sondern im Zuge „neoliberaler“ Herrschaftsverhältnisse der immanente soziale Ausschluss.

In einem zweiten Schritt werden wir uns mit dem Problem des doppelten Mandats in der Sozialen Arbeit befassen. Inwieweit kann sich Soziale Arbeit von ihrer Kontrollfunktion durch die und in der Lohnarbeit befreien oder ist sie mit dieser immer behaftet? Zu dieser Frage werden wir historische Texte der Sozialarbeiter_innenbewegung aus den 70er Jahre lesen sowie.

Kontakt: daniel.katzenmaier@uebergebuehr.de

Erstes Treffen am Mittwoch den 26.10 um 16 Uhr im Random White House IG Farben Campus

Quellen:

Roland Anhorn, Frank Bettinger, Cornelis Horlacher, Kerstin Rathgeb: Kritik der Sozialen Arbeit – kritische Soziale Arbeit. Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2012.

Roland Anhorn, Frank Bettinger Sozialer Ausschluss und Soziale Arbeit

Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2005

Max Horkheimer Traditionelle und kritische Theorie Frankfurt Fischer Verlag 1948

Redeaktions Kollektiv Zeitschrift Widersprüche Nr 97 Politik des Sozialen – Alternativen zur Sozialpolitik. Umrisse einer Infrastruktur Köln Dampfbootverlag 2005

Info Sozialarbeit Nr. 2, 3, 4 Verlag 2000 GmbH Sozialistische Büro 1972

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