Die verwaltete Welt der Pädagogik oder wie die technisch-rationale Vernunft die Aufklärung durchzieht

Seit Anfang der 70er Jahre wird viel über eine verbesserte Effizienz und Verwertbarkeit in der Pädagogik diskutiert. Mit der Dienstleistungstheorie haben unterschiedliche Bewertungssystemein den Arbeitsalltag von Sozialer Arbeit Einzug erhalten.  Kritik daran kommt von allen Seiten durch professionelle Pädagog_innen. Diese haben häufig nicht mehr genügend Zeit für die Nutzer_innen in den Einrichtungen, pädagogische Leitungen einen höheren Verwaltungsbedarf z. B. durch Evalutionsverfahren. Die Verwaltungsaufwand für die Nutzer_innen, um bestimmte Leistungen zu bekommen, wird immer höher. Diese Entwicklungen gibt es nicht erst seit dem Einzug des sogenannten„Neoliberalismus“, sondern sie sind bereits in der Grundstruktur der Aufklärung und der Industrialisierung angelegt. Schon in den 40er und 50er Jahren beschrieb die Kritische Theorie eine bestimmte Form von Rationalität, die sich in allen gesellschaftlichen Bereichen ausbreitet. Im autonomen Tutorium werden wir uns daher mit dem Begriff der „verwalteten Welt“ und der Kritik an der „instrumentellen  Vernunft“ beschäftigen. Zusätzlich wollen wir anhand dieser Kritik uns die geschichtliche Entwicklung der Pädagogik in Deutschland betrachten.

Kontakt: daniel.katzenmaier@uebergebuehr.de

Erstes Treffen: 30.10.2018

Raum:  TuCa³ im Exil 1. Stock  (PEG-Gebäude 1.G208)

Literaturvorschlag:

Adorno und Horkheimer Dialektik der Aufklärung Odysseus oder Mythos und Aufklärung

Adorno: Dissonanzen. Musik in der verwalteten Welt

Adorno: Kultur und Verwaltung.

Adorno/Horkheimer/Kogon: Die verwaltete Welt oder: Die Krise des Individuums.

Horkheimer: Kritik der instrumentellen Vernunft

Anhorn „…wir schmieden alle unsere Ketten von inwendig und verschmähen die, so man von außen anlegt.“ — Johann Hinrich Wichems Sozialpädagogik des Rauhen Hauses und die Macht der Individualisierung

Autorenkollektiv: Gefesselte Jugend Fürsorgeerziehung im Kapitalismus